Jolla Phone (2026): Sailfish-OS-Telefon mit Privatsphäre-Schalter und austauschbarem Akku
24. September 2026Nach vielen Jahren hat das finnische Jolla wieder ein eigenes Telefon mit Sailfish OS herausgebracht. Ich zeige euch die Verpackung, die technischen Daten, den physischen Privatsphäre-Schalter, den austauschbaren Akku und die Rückabdeckung The Other Half.
Nach vielen Jahren hat die finnische Firma Jolla wieder ein eigenes Telefon herausgebracht: das Jolla Phone (2026). Das Telefon entstand in Zusammenarbeit mit der Community und läuft mit Sailfish OS 5, einem Linux-basierten mobilen Betriebssystem, das weder von Google noch von Apple stammt. Jetzt ist es bei mir angekommen, also zeige ich es euch.
Verpackung
Es kamen zwei Schachteln an. In der kleineren ist eine zusätzliche Rückabdeckung aus der Serie The Other Half, in der größeren das Telefon selbst.
Auf die Schachteln ist Quellcode gedruckt, in dem zum Beispiel die Funktionen setBluetoothDisabled oder PrivacyDaemon vorkommen.
Ein schönes Detail für Entwickler.
Laut Etikett wurde das Telefon im finnischen Salo zusammengebaut, die Abdeckung wurde in China hergestellt.


Links ist die dunkelblaue Abdeckung The Other Half, rechts das Telefon in der Farbe The Orange. Neben Orange wird das Telefon auch in Weiß (Snow White) und Schwarz (Kaamos Black) verkauft.

Im Lieferumfang sind weder ein USB-Netzteil noch ein USB-Kabel enthalten.
In der Schachtel liegen zwei Karten. Auf der einen stehen Informationen zum Hersteller (Jolla Mobile Oy, Tampere) und zur Garantie, die 2 Jahre beträgt.
Auf der anderen steht ein Begrüßungstext im Stil einer Terminalausgabe: whoami gibt you zurück
und system --status --privacy gibt aus, dass Sie das Gerät steuern, die Standortverfolgung ausgeschaltet ist und Sie selbst über die Datensynchronisierung entscheiden.
So präsentiert Jolla seinen Ansatz zu Privatsphäre und „digitaler Souveränität“.

Technische Daten
Laut Hersteller hat das Telefon folgende technische Daten:
- Chipsatz MediaTek Dimensity 7100 5G
- Arbeitsspeicher 12 GB
- Speicher 256 GB, mit einer microSDXC-Karte um bis zu 2 TB erweiterbar
- 6,36" AMOLED-Display in Full-HD-Auflösung (20:9, etwa 390 ppi), Gorilla Glass
- Rückkameras 50 MP (Weitwinkel) und 13 MP (Ultraweitwinkel) mit Sony-Sensoren, Frontkamera 32 MP
- Akku mit 5450 mAh, den der Nutzer selbst austauschen kann
- 5G/4G, zwei Nano-SIM, WiFi 6, Bluetooth 5.4, NFC
- GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou
- Fingerabdrucksensor in der Einschalttaste
- physischer Privatsphäre-Schalter (Privacy Switch)
- RGB-Benachrichtigungs-LED
- austauschbare Rückabdeckung
- Abmessungen 157 × 74 × 9,7 mm, Gewicht 208 g
- Sailfish OS 5, Android-Apps laufen über AppSupport
Auf der Website des Herstellers kostet die Version 8/256 GB derzeit 679 € und die Version 12/256 GB 749 €.
Beschreibung des Telefons
Das Telefon hat eine kantige Form mit geraden Seiten. Der Rahmen ist schwarz, die Rückabdeckung farbig. An der Oberkante befinden sich nur eine Mikrofonöffnung und ein kleines Jolla-Logo.

An der rechten Seite befindet sich die Einschalttaste mit Fingerabdrucksensor und darüber die Lautstärketaste.

An der linken Seite gibt es nur ein einziges Element: einen physischen Schalter, mit dem Sie Einstellungen umschalten können, z. B. den Privatsphäre-Status.

Der Schalter hat zwei Stellungen. Wenn Sie ihn umlegen, erscheint eine rote Markierung, sodass Sie seinen Zustand auf einen Blick sehen. Was genau der Schalter ausschaltet, stellen Sie im System ein, zum Beispiel Mikrofon, Kamera, Bluetooth oder Standortbestimmung.


An der Unterkante befinden sich der SIM-Schlitten, ein Mikrofon, der USB-C-Anschluss und der Lautsprecher. Einen Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke) hat das Telefon nicht.

Der Schlitten ist beidseitig. Auf der einen Seite wird eine microSD-Karte eingelegt,

auf der anderen Seite zwei Nano-SIM-Karten. Sie können also gleichzeitig zwei SIM-Karten und eine Speicherkarte nutzen.

Einschalten
Nach dem Einschalten startet Sailfish OS, und zwar direkt auf Tschechisch. Das Telefon wird durch Wischen vom rechten oder linken Rand entsperrt, typisch für Sailfish, das hauptsächlich mit Gesten bedient wird. Die Frontkamera sitzt in einer Aussparung in der Mitte des oberen Displayrands.

Rückabdeckung und Akku
Die Rückabdeckung lässt sich ohne Werkzeug abnehmen, man zieht sie einfach an der Ecke mit dem Aufkleber „LIFT HERE“ ab. Unter der Abdeckung befindet sich der Akku, der sich austauschen lässt. Das sieht man bei Telefonen heute nicht mehr oft.
Unten unter dem Akku befinden sich acht goldene Kontakte, und auf der Innenseite der Abdeckung ist eine kleine Platine mit Gegenkontakten. So wird die Abdeckung elektrisch mit dem Telefon verbunden – eine Rückkehr des Konzepts The Other Half vom ersten Jolla aus dem Jahr 2013. Die Abdeckung kann also eigene Elektronik haben und die Funktionen des Telefons erweitern.

Fazit
Das Jolla Phone (2026) ist ein Telefon für alle, die eine Alternative zu Android und iOS suchen und Wert auf Privatsphäre legen. Bei der Hardware haben mich am meisten der physische Privatsphäre-Schalter, der austauschbare Akku, der microSD-Steckplatz und die Rückkehr von The Other Half beeindruckt. Wenn Sie Linux in der Tasche haben und sich trotzdem die Möglichkeit offenhalten möchten, Android-Apps auszuführen, ist es eine interessante Wahl. Erfahrungen aus längerer Nutzung werde ich noch ergänzen.
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